Starstich

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Starstich

Die Entwicklung der Augenheilkunde ist heute doch schon sehr gut fortgeschritten und die Behandlungsmethoden doch wesentlich patientenfreundlicher. Im Mittelalter wurden augenärztliche Behandlungen von sogenannten Handwerkschirurgen durchgeführt. Diese führten in ihren Zeltwagen, mit denen sie von Ort zu Ort fuhren, unter anderem auch Staroperationen durch. Hierbei wurde die getrübte Augenlinse mittels eines speziellen Messers in das Auge hineingedrückt. Man nimmt an, dass Johann Sebastian Bach an den Folgen einer solchen Staroperation gestorben ist. Auch Georg Friedrich Händel unterzog sich einer solchen Prozedur und überlebte als Blinder diese Operation. Die Augenheilkunde gehörte zunächst zur Chirurgie und bildete sich erst im Lauf des 18. Jahrhunderts, eigentlich erst im 19. Jahrhundert, als selbstständiges Fach heraus und die fahrenden Okulisten wurden vom 18. bis zum 19. Jahrhundert schließlich aus dem Medizinbereich verdrängt. Bis zum 18. Jahrhundert war die Anatomie und die Funktionsweise des Auges unklar. Erst ab dem 19. Jahrhundert wurden durch das Aufkommen des Mikroskops Einzelheiten bekannt und systematisch für die Therapie nutzbar gemacht. Der traditionelle Starstich zur Behandlung des Grauen Stars wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Jacques Daviel, 1753) durch die Entfernung der getrübten Linse aus dem Auge ersetzt.

Durch die bahnbrechende Erfindung des Augenspiegels wurde die Forschung und Untersuchung des Auges erst richtig möglich. Der polnische Augenarzt T. Krawitz entwickelte 1961 die Kryoextraktion. Hier wurde die Augenlinse durch Kälte erhärtet und ohne zu platzen konnte sie entfernt werden. Diese Art der Grauer Star-Operation machte es dem Patienten möglich, durch eine spezielle Brille, die Starbrille, hindurch zu sehen. Heute wird die Augenlinse aus dem Ziliarmuskel heraus abgesaugt und eine künstlich hergestellte Linse wird in die alte Position der Augenlinse in den Ziliarkörper eingesetzt. Die aphaken Patienten wurden damals mit einer Starbrille versorgt, die die fehlende Dioptrie der Augenlinse ausglichen. Sie hatten ungefähr 19 dpt. Durch die Möglichkeit des Einsetzens einer Kunstlinse ist es nicht mehr erforderlich, eine solche doch sehr unkomfortable Brille zu tragen.

2018-12-13T10:55:05+00:00 März 12th, 2018|Blog|