Der Lidschlussreflex (auch Blinkreflex) ist ein reflektorischer Schutzmechanismus des Auges. Er wird meist durch mechanische Einwirkungen auf die Hornhaut und die nähere Augenumgebung ausgelöst und äußert sich durch ein rasches Verschließen der Augenlider. Er dient dem Schutz vor Fremdkörpern, vor Austrocknung und vor Schädigung des Augapfels. Ein unwillkürlicher Lidschluss tritt auch bei starker Lichtreizung auf das Auge auf, bei spontanen akustischen Reizen, sowie als Folge auf einen Schreckreiz.

Der Lidschlussreflex ist ein sogenannter Fremdreflex. Der afferente Schenkel des Reflexbogens verläuft bei taktilen Reizen über den Nervus ophthalmicus, einen Ast des fünften Hirnnerven, bei optischen Reizen (grelles Licht) über den Sehnerven. Er leitet die Erregung nach Umschaltung im Trigeminuskomplex über den Colliculus superior oder Nucleus rüber zur Formatio reticularis, erst von dort zum Reflexzentrum im Hirnstamm, den Fazialiskern. Ein geringer Teil der Afferenzen erreicht diesen Kern auch direkt. Von dort wird über den efferenten Schenkel, den Nervus facialis (Hirnnerv VII), eine Kontraktion des Musculus orbicularis oculi ausgelöst. Der Reflex vollzieht sich innerhalb etwa 250 ms, allerdings reagieren zwischen 10 % und 20 % aller Testpersonen nicht mit einem Lidschlussreflex auf Lichtreize. Auch akustische Reize können einen reflektorischen Lidschluss auslösen.

Wie der Pupillenreflex ist der Lidschlussreflex ein konsensueller Reflex, d. h., die Afferenzen werden auf beide prämotorische Areale geleitet. Auch beim nicht gereizten Auge schließt sich das Augenlid (beim Pupillenreflex verengt sich bei einseitiger Bestrahlung auch das andere Auge).