Durch das Implantieren von Intraokularlinsen kann man stärkere Fehlsichtigkeit korrigieren.

Bei der phaken Linsenimplantation wird vor die durchsichtige, natürliche Linse des Auges eine zusätzliche Kunstlinse eingesetzt. Die Intraokularlinse wird entweder vor oder hinter der Pupille platziert.

 

Das Material dieser Speziallinse wird vom Körper nicht als Fremdkörper empfunden. Somit kommt es nicht zu einer Abstoßungsreaktion. Aufgrund dieser sehr guten Verträglichkeit bleibt die Korrekturlinse dauerhaft im Auge. Für den Patienten sind diese Linsen nicht spürbar. Weitere besondere Eigenschaften dieser Linsen sind optische Klarheit, Haltbarkeit und Flexibilität. Die ersten Phaken Intraokularlinsen wurden 1977 hergestellt. Die heute verwendeten Linsen sind das Ergebnis jahrelanger Forschung. Diese Entwicklung ist bedingt durch die Erfahrung mit Intraokularlinsen, die bei Katarakt-Operationen (Grauer Star) eingesetzt werden.

Zur Vorbereitung werden die Augen untersucht, ob diese uneingeschränkt für das Phake- Intraokularlinsenimplantat geeignet sind. Das Linsenimplantat wird genau berechnet und individuell angefertigt. Als Indikation gelten meist hohe Kurzsichtigkeit ab ca. -8 Dioptrien oder hohe Stabsichtigkeit ab ca. 3 Dioptrien. Aber auch bei weniger hohen Sehfehlern können solche Intraokularlinsen geeignet sein, wenn z.B. die Hornhautdicke für eine andere Art der refraktiven Chirurgie nicht ausreicht. In der Regel werden die Operationen ambulant durchgeführt. Vorab wird das Auge lokal betäubt. Über einen kleinen Schnitt am äußeren Rand der Hornhaut wird die künstliche Linse auf die Iris (Regenbogenhaut) aufgesetzt und positioniert. Der kleine Hornhautschnitt wird anschließend genäht. Die Operation dauert ungefähr 30 Minuten. Für einen Tag wird ein Augenverband angelegt.

Durch die schonende Behandlung ist das Sehvermögen am nächsten Tag schon gut, wobei die endgültige Stabilität erst nach ca. 4 Wochen erreicht ist. Diese Korrektur- Methode ermöglicht dem Auge auch weiterhin eine natürliche Fokussierung, während gleichzeitig die Fehlsichtigkeit behoben wird. Der Eingriff ist vollständig reversibel; die Intraokularlinse kann jederzeit ausgetauscht oder entfernt werden.

Die phake Linsenimplantation ist ein streng geprüftes Verfahren zur Korrektur von Kurzsichtigkeiten, Weitsichtigkeiten und Astigmatismus.

 

Wir verwenden ultra-dünne Phake Intraokularlinsen der Marke Ophtec. Mit der Artisan-Intraokularlinse, die auf die Vorderseite der Iris geklipst wird, werden viele Patienten mit einem anderweitig nicht korrigierbaren Sehfehler, bei qualitativ gutem Sehvermögen dauerhaft Brillenfrei. Diese, in die Vorderkammer des Auges eizusetzende Linse besteht aus PMMA-Plexiglas. Mittels eines kleinen Schnittes meist am seitlichen Hornhautrand wird die Linse in die Vorderkammer eingebracht um an zwei kleinen Fältchen der Regenbogenhaut befestigt zu werden. Nach Eröffnung eines kleinen Durchgangs in der Regenbogenhaut wird die Hornhaut mittels einer feinen Naht wieder geschlossen. Dadurch kann anfänglich eine leichte Hornhautverkrümmung auftreten. Das endgültige refraktive Ergebnis ergibt sich in der Regel nach ca. 3 Monaten, wenn die Hornhautnähte entfernt werden.

 

Vorteile der Phaken Intraokularlinsen:

  • hervorragende Sehschärfe, denn die zentrale Hornhaut wird nicht manipuliert.
  • falls erforderlich, zusätzliche nachträgliche Excimer-Laser-Korrektur möglich (BIOPTICS).
  • große Sicherheit, Artisan-Intraokularlinsen werden schon seit über 25 Jahren erfolgreich implantiert
  • volle Reversibilität, das heißt die Linse kann jederzeit ausgetauscht oder entfernt werden.

 

In seltenen Fällen kann es nach der Operation zu Blendungseffekten und Lichthöfen in der Dunkelheit und Dämmerung kommen, ähnlich wie es auch mit Kontaktlinsen auftreten kann, durch Lichtbrechung am Linsenrand. Die meisten Patienten empfinden dies allerdings nach einer bestimmten Zeit nicht mehr als störend. Kurzzeitige Augeninnendruckerhöhung, die gewöhnlich medikamentös behandelt werden kann, kommt in Ausnahmefällen vor. Vereinzelt kann es zu einer Lockerung oder zum Loslösen der Intraokularlinse von der Regenbogenhaut kommen. In diesen Fällen kann allerdings die Linse repositioniert, entfernt oder ausgetauscht werden. Sehr selten sind Reizungen und Entzündungen am Auge, die frühzeitig erkannt und behandelt werden sollten. Beim Sonderfall einer Netzhautablösung bei hoher Myopie, muss diese entsprechend behandelt werden.